Foto: Ivar Leidus (CC BY-SA 4.0)Winterlinde
Tilia cordata
Wuchshöhe
500–2500 cm
Blütezeit
Juni – Juli
Insektenwert
Verfügbarkeit
🌱GartencenterPflanz- und Pflegetipps
Tiefgründiger Boden, sonnig bis halbschattig. Extrem wichtige Bienenweide — eine Linde kann pro Saison 60.000 Bienen ernähren. Wird sehr alt (bis 1000 Jahre).
Winterlinde (Tilia cordata) — Steckbrief, Standort & Pflege
Die Winterlinde ist ein wahrer Schatz für jeden Garten, der etwas für die heimische Tierwelt tun möchte. Als einer der wertvollsten Bienenbäume überhaupt versorgt sie unzählige Insekten mit Nektar und wird dabei selbst zu einem majestätischen Hausbaum. Mit ihrer herzförmigen Belaubung und dem charakteristischen Duft während der Blütezeit bereichert die Tilia cordata jeden Standort über Generationen hinweg.
Ökologischer Wert
Eine einzige Winterlinde kann in der Blütezeit bis zu 60.000 Bienen ernähren – das macht sie zu einer der wichtigsten heimischen Bienenweiden überhaupt. Der Nektar- und Pollenwert liegt bei der Höchstnote 5 von 5.
Während der Blütezeit von Juni bis Juli summt und brummt es förmlich in der Krone. Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen nutzen das reiche Nektarangebot intensiv. Der berühmte Lindenblütenhonig entsteht größtenteils aus dem Nektar der Winterlinde. Auch Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs oder das Tagpfauenauge besuchen die duftenden Blüten gerne.
Die herzförmigen Blätter dienen verschiedenen Schmetterlingsraupen als Nahrung, darunter die des Lindenschwärmers. Im Herbst bieten die kleinen Nüsschen Nahrung für Vögel wie Stieglitz und Erlenzeisig.
Standort und Boden
Die Winterlinde gedeiht am besten auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden in sonniger bis halbschattiger Lage. Sie ist deutlich anspruchsloser als ihre große Schwester, die Sommerlinde.
Ein durchlässiger, lehmiger Boden ist ideal – Staunässe verträgt die Tilia cordata nicht gut. Der pH-Wert darf gerne zwischen 6,0 und 7,5 liegen. Auch mit zeitweiser Trockenheit kommt sie besser zurecht als andere Lindenarten, weshalb sie auch für wärmere Standorte geeignet ist.
Plane genügend Platz ein: Eine Winterlinde kann 15-25 Meter hoch und ebenso breit werden. Der Standort sollte windgeschützt sein, da die großen Blätter bei starkem Wind leiden können.
Pflanzung und Pflege
Die beste Pflanzzeit für die Winterlinde ist der Herbst zwischen Oktober und November, wenn der Baum in die Ruhephase geht. So kann er bis zum Frühjahr gut einwurzeln.
Hebe das Pflanzloch doppelt so breit wie den Wurzelballen aus und reichere schwere Böden mit Kompost an. Ein Pflanzabstand von mindestens 8-10 Metern zu Gebäuden und anderen großen Bäumen ist wichtig. In den ersten Jahren solltest du regelmäßig wässern, besonders bei Trockenheit.
Ein Formschnitt ist nur selten nötig – die Winterlinde entwickelt von Natur aus eine schöne, rundliche Krone. Entferne nur tote oder sich kreuzende Äste im späten Winter. Düngen ist normalerweise nicht erforderlich, eine Kompostgabe im Frühjahr freut den Baum aber.
Die Winterlinde ist absolut winterhart und kann Temperaturen bis -30°C problemlos überstehen.
Häufige Fragen
Wie schnell wächst eine Winterlinde?
Die Winterlinde wächst mäßig schnell mit etwa 30-40 cm pro Jahr. In den ersten Jahren nach der Pflanzung ist das Wachstum oft langsamer, da der Baum erst einwurzeln muss.
Wann blüht die Winterlinde zum ersten Mal?
Junge Winterlinden brauchen etwa 15-20 Jahre bis zur ersten Blüte. Dafür blühen sie dann aber über viele Jahrhunderte hinweg – Winterlinden können über 1000 Jahre alt werden.
Kann man Winterlinden auch als Hecke pflanzen?
Ja, kleinblättrige Winterlinden eignen sich gut für geschnittene Hecken. Sie sind sehr schnittverträglich und treiben nach dem Rückschnitt willig wieder aus.
Sind die Blätter der Winterlinde essbar?
Die jungen Blätter der Winterlinde sind essbar und schmecken mild-nussig im Salat. Auch die Blüten kann man für Tee verwenden – der klassische Lindenblütentee.
Fazit
Die Winterlinde ist eine Investition in die Zukunft – sowohl für deinen Garten als auch für die heimische Tierwelt. Mit ihrer enormen ökologischen Bedeutung und der geringen Pflege ist sie ein Geschenk an nachfolgende Generationen.