Foto: Ermell (CC BY-SA 4.0)Gewöhnlicher Hasel
Corylus avellana
Wuchshöhe
300–600 cm
Blütezeit
Februar – März
Insektenwert
Verfügbarkeit
🏬BaumarktPflanz- und Pflegetipps
Anspruchslos, wächst auf fast jedem Boden. Wichtige Frühtrachtpflanze für Bienen. Nüsse für Eichhörnchen und Haselmäuse. Schnitt nach der Blüte.
Gewöhnlicher Hasel (Corylus avellana) — Steckbrief, Standort & Pflege
Der Gewöhnliche Hasel ist ein echter Frühlingsstar unter den heimischen Gehölzen. Wenn die meisten anderen Pflanzen noch im Winterschlaf verharren, schmückt sich der robuste Strauch bereits im Februar mit goldgelben Kätzchen und versorgt Bienen und andere Insekten mit der ersten wichtigen Nahrung des Jahres. Als schnellwachsendes und anspruchsloses Gehölz eignet sich Corylus avellana perfekt für naturnahe Gärten und bietet gleichzeitig leckere Haselnüsse für die Ernte im Herbst.
Ökologischer Wert
Der Gewöhnliche Hasel ist ein wahrer Insektenmagnet und erreicht dank seiner frühen Blütezeit einen Insektenwert von 4 von 5 Punkten. Seine männlichen Kätzchen liefern bereits ab Februar reichlich Pollen für Honigbienen, Wildbienen und Schwebfliegen.
Besonders wertvoll macht den Hasel seine Rolle als Frühtrachtpflanze: Wenn andere Nahrungsquellen noch fehlen, finden Bienen hier bis zu 60 Kilogramm Pollen pro Hektar. Die unscheinbaren weiblichen Blüten werden hauptsächlich vom Wind bestäubt, aber auch Insekten profitieren vom reichlichen Pollenangebot. Im Herbst freuen sich Eichhörnchen, Haselmäuse, Siebenschläfer und verschiedene Vogelarten wie Kleiber und Spechte über die nahrhaften Nüsse. Die dichte Verzweigung bietet zudem Nistplätze für Singvögel und Schutz für kleine Säugetiere.
Standort und Boden
Der Hasel wächst praktisch überall und ist damit ideal für Gartenneulinge geeignet. Er gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten und verträgt sogar lichtere Schattenbereiche.
Bei der Bodenwahl zeigt sich Corylus avellana extrem tolerant: Von sandigem bis zu schwerem Lehmboden, von trocken bis feucht – der Hasel kommt mit fast allem zurecht. Lediglich Staunässe solltest du vermeiden. Der pH-Wert kann zwischen sauer und alkalisch schwanken, ohne dass die Pflanze darunter leidet. Besonders gut entwickelt sich der Hasel auf nährstoffreichen, humosen Böden mit guter Durchlässigkeit. In der Natur findest du ihn häufig an Waldrändern und in Hecken, was seine Vorliebe für geschützte, aber nicht zu dunkle Standorte zeigt.
Pflanzung und Pflege
Die beste Pflanzzeit für den Gewöhnlichen Hasel ist von Oktober bis März, solange der Boden frostfrei ist. Wurzelnackte Pflanzen sind deutlich günstiger als Containerpflanzen und wachsen bei Herbstpflanzung meist besser an.
Plane einen Pflanzabstand von mindestens 2-3 Metern ein, da der Hasel durch Ausläufer breiter wird. Das Pflanzloch sollte doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Nach der Pflanzung gründlich wässern und in den ersten beiden Jahren bei Trockenheit regelmäßig gießen.
Der Schnitt erfolgt am besten direkt nach der Blüte im März oder April. Du kannst den Hasel radikal zurückschneiden – er treibt zuverlässig wieder aus. Für eine reiche Nussernte lasse einige ältere Triebe stehen und entferne nur die schwächsten Äste. Düngen ist normalerweise nicht nötig, eine Mulchschicht aus Kompost im Frühjahr fördert jedoch das Wachstum. Der Hasel ist vollkommen winterhart und braucht keinen besonderen Schutz.
Häufige Fragen
Wann trägt der Hasel das erste Mal Nüsse?
Junge Haselsträucher blühen meist ab dem 4-5 Jahr das erste Mal. Für eine gute Nussernte solltest du mindestens zwei verschiedene Sorten pflanzen, da sich Haselnüsse nicht selbst befruchten können.
Wie stark breitet sich der Hasel aus?
Der Gewöhnliche Hasel bildet Wurzelausläufer und kann dadurch mehrere Meter breit werden. Wenn du das verhindern möchtest, steche die Ausläufer regelmäßig ab oder pflanze eine Rhizomsperre ein.
Kann ich den Hasel auch im Kübel halten?
Für die Kübelkultur ist der stark wachsende Gewöhnliche Hasel weniger geeignet. Greife lieber zu kompakteren Sorten wie 'Contorta' (Korkenzieherhasel) oder kleinbleibenden Haselnuss-Züchtungen.
Welche Schädlinge befallen den Hasel?
Der Haselnussbohrer kann die Nüsse befallen, ansonsten ist der Hasel sehr robust. Blattläuse treten gelegentlich auf, richten aber selten ernsthafte Schäden an.
Fazit
Der Gewöhnliche Hasel ist ein echtes Multitalent für den naturnahen Garten: frühe Bienenweide, Nusslieferant und Lebensraum für viele Tiere in einem. Seine Anspruchslosigkeit und Robustheit machen ihn zur perfekten Wahl für alle, die mit wenig Aufwand viel für die heimische Tierwelt tun möchten.